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Rundschau 

30.10.2008 - Die Pest der menschlichen Gesellschaft

Die Bankenkrise dauert noch an. Ihr folgt die Wirtschaftskrise auf den Fersen. Es ist nicht sicher, ob sie ohne größere soziale Verwerfungen ...


 

30.09.2008 - Das Lebenselixier

Nicht nur die Energiequellen für Öl und Gas gehen allmählich zu Ende. Auch eine andere Kostbarkeit, die allerdings lebensnotwendiger ist, ...


 

29.09.2008 - Die Physik des Welthungers

Kürzlich hat im Europäischen Forschungszentrum CERN (= Conseil Européean pour la Recherche Nucléaire) bei Genf der größte und leistungsstärkste ...


 

23.09.2008 - Warum gibt es Kriege?

Die Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten. Sie haben sich wie der Mensch aus einer Primatenart entwickelt, die es ...


 
 

05.08.2010 - Medizin für Reiche

Soweit wir uns erinnern können, steigen kontinuierlich die Kosten des deutschen Gesundheitswesens. Jede Regierung bemüht sich um die Kostendämpfung und entwickelt dazu diverse Ideen und Gesetze. Nur funktionieren tun sie alle nicht. Das wissen wir aus unserer Erfahrung der letzten Jahrzehnte. Unabhängig davon, welche Parteien gerade regierten und ihre Vorgängerregierung der Unfähigkeit und Fehler auf diesem Sektor bezichtigten, ihr eigenes Versagen folgte einem vorangehenden. Das gleiche Theater erleben wir auch zur Zeit. Drastischer kann niemand ein Versagen demonstrieren als die gegenwärtige Gesundheitspolitik, die alles Gute verspricht, aber nur das Gegenteil davon erreicht. Niemand fragt: Wie kommt denn das?

Das, was uns in unserem Gesundheitssystem Geld kostet und immer mehr Geld kostet, sind die Leistungen, die das Gesundheitssystem erbringt, angefangen von der Behandlung einer Erkältung bis zur Organtransplantation. Diese Leistungen sind Produkte der medizinischen Forschung einerseits und ihrer skrupellosen Vermarktung andererseits. Beides, medizinische Forschung und die Vermarktung ihrer Produkte, sind fortgeschrittene Strategien, die sich im Laufe der Zeit verselbständigt haben. Ihre Akteure fragen nicht danach, wie sinnvoll im gesamtgesellschaftlichen und historischen Zusammenhang ihr eigenes Tun ist. Sie tun es einfach, weil sie ihre Existenz unreflektiert davon abhängig gemacht haben. Dabei spielt die medizinische Forschung, verflochten mit biologischer Forschung und mit Technologie, die primäre, kostentreibende Rolle. Alles, was – angeblich - im Dienste der Gesundheit erforscht, erkannt oder konstruiert wird, drängt auf Anwendung. Das war immer so und das wird auch immer so bleiben. Die Produkte der modernen medizinischen Forschung aber sind enorm kostspielig, seien es Organtransplantationen, technische Module für den Körper oder teure Medikamente. Sie sind durch die solidarische Krankenversicherung nicht mehr bezahlbar. Die einzige Lösung wäre, die Forschungsfreiheit aus dem Grundgesetz zu streichen, damit nicht so viel auf Anwendung drängendes Wissen und so viele teure Produkte entstehen. Das wird jedoch niemand tun, weil seltsamerweise die Forschungsfreiheit als ein Wert an sich betrachtet wird. Was die unbeherrschbare Kostenspirale mit sich bringen wird, ist daher genau das, was unsere gegenwärtige Gesundheitspolitik tut: Die Mitglieder der solidarischen Krankenversicherung mit einer von ihnen bezahlbaren Basismedizin versorgen und alle anderen, durch sie nicht bezahlbaren Leistungen denen angedeihen lassen, die sie aus der eigenen Tasche bezahlen können. Die Medizin der Zukunft wird in erster Linie eine Medizin für Reiche sein.

© 2010 by Kazem Sadegh-Zadeh