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[Artikel: Prototyp | Diskussion ]
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Prototyp


Ein Mitglied einer Kategorie? (Klasse, Menge), welches für diese Kategorie mindestens genauso stark typisch ist wie jedes andere Mitglied, heißt ein Prototyp der Kategorie. (Man beachte in diesem Satz den logischen Effekt von "mindestens genauso stark wie".) Beispielsweise gilt in Westeuropa das Rotkehlchen als ein Prototyp der Katergorie Vogel. Der Apfel gilt als ein Prototyp der Kategorie Obst. Das Wort "Prototyp" stammt vom Griechischen ab und setzt sich zusammen aus πρώτο (próto = das erste, ur-) und τύπος (typos = Schlag, Gepräge, Form). Demnach bedeutet es "das Urbild", "die Urform".

Ein Prototyp ist in der Regel nicht ein individuelles Objekt, sondern selbst eine Menge (Klasse, Kategorie) wie zum Beispiel das Rotkehlchen als ein Prototyp der Kategorie Vogel, das kein Einzeltier darstellt. Damit ist die Klasse aller Rotkehlchen gemeint, also eine ganze Menge von einzelnen Objekten, deren Gesamtheit den Prototyp abgibt. Das bedeutet, dass ein Prototyp eine Menge ist, und zwar eine Fuzzymenge, weil die Mitglieder einer solchen Menge ("die individuellen Rotkehlchen") im unterschiedlichen Grade prototypisch für die Gesamtkategorie sind. Nicht jedes Rotkehlchen ist ein prototypischer Vogel, wenn er zum Beispiel nicht singen und nicht fliegen kann.

Der Prototyp einer Kategorie gilt als ein repräsentatives, zentrales Mitglied von ihr, so dass je nach dem Grade der Nähe zu oder Entfernung von ihm ein Gegenstand mehr oder weniger zu der Kategorie gehört. Dieser Grundgedanke der Prototypentheorie? (Eleanor Rosch 1973, 1975, 1978) kann in vielen Bereichen fruchtbar angewandt werden. Beispiele sind die Prototypensemantik? und die Prototypenähnlichkeitstheorie der Krankheit,? wenn man die Ähnlichkeit als ein Maß? der Nähe und Entfernung interpretiert.

Literaturverzeichnis

[1] Rosch EH. Natural categories. Cognitive Psychology 1973; 4: 328-350.

[29 Rosch EH. Cognitive representations of semantic categories. Journal of Experimental Psychology: General 1975; 104: 192-233.

[3] Rosch EH. Principles of categorization. In: Rosch EH & Lloyd BB (Eds.), Cognition and Categorization, pp. 27-48. Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum Associates, 1978.





Letzte Änderung: 24.10.2007 18:41 (CID: 125) by Kazem Sadegh-Zadeh - HomePage Reload page Download HTML